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Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth
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Deko DEUTSCH-DEUTSCHES MUSEUM MÖDLAREUTH

Museen in Oberfranken

Mödlareuth ist heute ein Museum, dass nicht nur an die Teilung Deutschlands, sondern auch an die Unmenschlichkeit des DDR-Regimes erinnern soll. 41 Jahre lang verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch das Dorf entlang des Tannbachs. Zum einen Teil gehörte Mödlareuth zu Bayern, zum anderen Teil zu Thüringen.

Bereits im 16. Jahrhundert galt der Tannbach als Grenze zwischen der Markgrafschaft Bayreuth und der Grafschaft Reuß-Schleiz. 1810 wurde daraus die neue Grenze zwischen dem Königreich Bayern und dem Fürstentum Reuß jüngere Linie. Markiert wurde die jeweilige Zugehörigkeit durch Grenzsteine.

Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

Durch diese Zuordnung lagen Schule und Wirtshaus im reußischen Teil von Mödlareut. Zum Kirchenbesuch wanderten die Bewohner in das benachbarte bayrische Töpen. Nach dem Krieg wurde genau dieser Umstand für die Bewohner von Mödlareuth zum Verhängnis.

1945 kam Thüringen, das ehemalige Fürstentum Reuß, zu der sowjetischen Besatzungszone, Bayern zur amerikanschen Besatzungszone. 1952 änderte sich das Leben der Menschen in der sowjetischen Besatzungszone dramatisch - Beginn der totalen Abriegelung. Die DDR wollte die Fluchten in die Bundesrepublik Deutschland verhindern. Von Osten her wurde die Grenze mit Sperranlagen versehen. Alles begann mit einem übermannshohen Bretterzaun, siehe Fotogalerie unten.

Die Unmenschlichkeit des DDR-Regimes wird durch die "Aktion Ungeziefer" besonders deutlich. Hier sollten nicht etwa Schädlinge, sondern nicht linientreue, "unzuverlässige" Bewohner aus grenznahen Gebieten zwangsumgesiedelt werden. Dies betraf auch einige Bewohner von Mödlareuth. Einigen gelang noch die Flucht in den Westen. Von heute auf morgen wurden Familien und Freunde getrennt. Jegliche Kontaktaufnahme über den Zaun war verboten. Besucht werden durften die Mödlareuther Bewohner in der sowjetischen Besatzungszone nur mit einer besonderen Genehmigung. Ich kenne das von unseren Verwandten im Sonneberger Raum.

1958 wurde der Bretterzaun durch einen Stacheldrahtzaun ersetzt, 1966 durch eine Betonmauer. Außerhalb des Ortes gab es Selbstschussanlagen an einem Metallgitterzaun, die bis 1983 bestanden.

Meine Fotos stammen vom Dezember 2015.
Leider hat es an diesem Tag so stark geregnet, so dass ich nur ein paar wenige Fotos von den Außenanlagen oder dem Ort machen konnte.

Zweckverband Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth
Markus Gold
Schaumbergstraße 14
95032 Hof

Tel.: 09281/ 57-298

Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

 

Info

Öffnungszeiten 2018/2019

1.3. - 31.10.2018

1.11.2018 - 28.02.2019

Angaben wie immer ohne Gewähr!

 

Eintrittspreise 2018/2019:

*Ermäßigt: Kinder ab 7 Jahre, Schüler, Studenten, Rentner, Menschen mit Behinderung

Im Eintrittspreis enhalten ist der Zugang zum Freigelände, der Besuch der Ausstellungen, das Museumskino mit Film "Alltag an der Grenze" (deutsch, englisch und französisch) zu jeder vollen und halben Stunde.


Auf Iniative des Töpener Bürgermeisters Arnold Friedrich gibt es heute die Gedenkstätte und das Museum Mödlareuth, auch "Klein-Berlin" genannt. Das Museum soll an die Teilung Deutschlands erinnern.

Nach der Wende wollte ein großer Teil der Bewohner von Mödlareuth die komplette Entfernung der ehemaligen Grenzanlage. Da es aber auch heute wichtig ist daran zu erinnern, blieben 200 Meter, im Bereich der ehemaligen Mühle, von den ehemals 700 Metern als Freilichtmuseum erhalten. Dazu gehört auch der Beobachtungsturm. Von anderen Grenzsicherungsanlagen der DDR wurden weitere Teile für das Freilichtmuseum herangeschafft.

 

© Text und Fotos: Sylvia Wentzlau

 

Fotogalerie unten (34 Fiotos) - © Fotos: Sylvia Wentzlau - bald mehr Fotos!

 

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